Der Wachtag ist die zentrale Klammer im Wachbuch. Alles, was an einem Diensttag passiert – wer da war, welche Einsätze liefen, welche Erste Hilfe geleistet wurde – hängt an ihm. Diese Seite beschreibt den Ablauf von morgens bis abends.
Vorher: Wachtag oder Stationskontrolle?
Es gibt zwei Wege, sich an der Station einzutragen, und sie bedeuten Unterschiedliches:
- Wachtag – für den echten Wachdienst. Er wird eröffnet, geführt und am Ende unterschrieben. Nur was an einem Wachtag hängt, zählt in der Jahresstatistik als Wachdienst.
- Stationskontrolle – für alles andere: Training, Arbeitsdienst, kurz das Boot holen. Personen tragen sich an- und ab, ohne dass ein Wachtag entsteht.
Wer versehentlich die Stationskontrolle benutzt hat, obwohl Wachdienst war, findet seine Stunden später nicht in der Wachdienst-Auswertung wieder. Diese Entscheidung lohnt sich also einmal in der Wachleiter-Runde zu besprechen.
1. Wachtag eröffnen
Ein Klick im Wachbuch genügt. Dabei werden Wetter- und Wasserdaten erfasst, und – falls Ihre Ortsgruppe das eingerichtet hat – die Einsatzbereitschaft abgefragt: eine Checkliste, ob Station, Ausrüstung und Fahrzeuge einsatzklar sind.
Die Punkte dieser Checkliste legen Sie selbst fest. Bei Beanstandungen kann pro Punkt automatisch eine E-Mail rausgehen – etwa an den Technikwart, wenn ein Fahrzeug nicht einsatzklar ist. Der Punkt „Für Wachdienst einsatzklar?“ ist fest eingebaut und lässt sich nicht löschen.
Waren beim Öffnen bereits Personen über die Stationskontrolle eingetragen, können sie auf Wunsch automatisch in den Wachtag übernommen werden.
2. Einsatzkräfte eintragen
Am besten tragen sich die Einsatzkräfte selbst am Stationsgerät ein – Name antippen, Position wählen, fertig. Das ist schneller als jede zentrale Erfassung und verteilt die Verantwortung dorthin, wo sie hingehört.
Positionen lassen sich untertags wechseln, ohne dass sich jemand ab- und wieder anmelden muss. Wer mittags vom Turm ins Boot wechselt, bleibt durchgehend im Dienst.
3. Ereignisse dokumentieren
Während des Wachtags entstehen die eigentlichen Inhalte:
- Erste-Hilfe-Leistungen – Geschlecht, Alter, Situation, Maßnahmen, Vitalwerte und Weiterbehandlung. Ohne Namen: Das Wachbuch ist kein Patientenprotokoll und ersetzt in Bayern auch keines.
- Einsätze – Boots- und Taucheinsätze sowie eigene Einsatztypen, die Sie selbst anlegen können.
- Einsatzberichte – der ausführliche Bericht mit beteiligtem Personal. Er kann auf Wunsch automatisch per E-Mail rausgehen, etwa an eine Pressestelle.
- Kommentare – für alles, was in kein Formular passt.
Solange der Wachtag offen ist, lässt sich alles davon noch ändern.
4. Wachtag beenden und unterschreiben
Am Ende beendet der Wachleiter den Wachtag und unterschreibt ihn direkt auf dem Bildschirm. Damit passiert dreierlei:
- Alle Einträge des Tages werden gesperrt.
- Ein PDF wird erzeugt, das Sie ablegen oder ausdrucken können.
- Der Wachtag zählt ab jetzt in der Statistik als abgeschlossen.
Ein Wachtag lässt sich auch ohne Unterschrift beenden, wenn der Wachleiter schon weg ist. Sauberer ist die Unterschrift – sie ist der Grund, warum die Dokumentation hinterher belastbar ist.
Hinterher: etwas korrigieren
Vergessene oder falsche Zeiten korrigieren Sie im Verwaltungsbereich unter Zeitkorrektur. Der häufigste Fall ist jemand, der sich abends nicht ausgetragen hat.
Anleitung: Zeitkorrektur im Wachbuch
Ganze Wachtage – auch nachträglich angelegte – verwalten Sie unter Wachtage. Dort lassen sich auch zurückliegende Tage nachtragen, wenn eine Papierliste noch herumliegt.
